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Fachkraft für hauswirtschaftliche Dienstleistungen
Schulziel
Die Schule vermittelt eine zeitgemäße und auf die Praxis bezogene hauswirtschaftliche Fachausbildung, um den aktuellen Anforderungen der Wirtschaft, Ernährung und der Umwelt Rechnung zu tragen. Neben der Vertiefung der allgemein bildenden Fächern und neben der Persönlichkeitsbildung werden im Besonderen Ernährung und Hauswirtschaft unterrichtet. In diesen Bereichen werden fachspezifische Themen wie Ernährungslehre und Lebensmittelkunde, Küchenführung, Arbeitsorganisation, Raumgestaltung, Speisen- und Getränkeservice, Reinigung, Textilverarbeitung, Wäscheversorgung, sowie Gartenbau und Blumenpflege behandelt. Die Neuausrichtung der Fachschulen für Hauswirtschaft sieht folgende Schwerpunkte vor:
- das erste und zweite Schuljahr als fächerübergreifende Jahre,
- das dritte Schuljahr mit den Fachrichtungen „Ernährung" bzw. „Hauswirtschaft" und mit den Berufsqualifikationen ersten Grades „Fachkraft für Ernährungswirtschaft" bzw. „Fachkraft für hauswirtschaftliche Dienstleistungen" und
- das vierte fakultative Schuljahr mit den Fachrichtungen „Ernährung" bzw. „Hauswirtschaft" und mit den Berufsqualifikationen zweiten Grades „Experte/in für Ernährung und Lebensmitteltechnik" bzw. „ Hauswirtschaftliche Betriebsleiterin".
Die Fachpraxis wird in Kleingruppen unterrichtet. Im zweiten und dritten Schuljahr ist ein 3-wöchiges Praktikum vorgesehen.
Aufnahmebedingungen
Abschlussdiplom der Mittelschule
Die hauswirtschaftliche Grundausbildung kann als Vorbereitung für weiterführende Ausbildungen im sozialen Bereich dienen.
Übertritte in jede andere Oberschule sind gewährleistet. Besondere Abkommen bestehen mit den Schulen LEWIT (Lehranstalt für Wirtschaft und Tourimus) und LESO (Lehranstalt für Soziales) in Bozen und FOS (Fachoberschule für Soziales) in Meran.
Berufschancen
Arbeitsmöglichkeiten für die Fachkraft für Ernährungswirtschaft bieten Betriebe für Nahrungsmittelherstellung, Betriebe für Lebensmittelversorgung, Catering und Partyservice. Nach Abschluss der 4-jährigen Ausbildung zur Experte/in für Ernährung und Lebensmitteltechnik besteht zudem die Möglichkeit in der Ernährungsberatung tätig zu sein.
Arbeitsmöglichkeiten für die Fachkraft für hauswirtschaftliche Dienstleistungen bzw. Hauswirtschaftlicher Betriebsleiter/in werden in Heimen, Altersheimen, Gastronomiebetrieben, Kinderhorten, Kindergärten, Krankenhäusern, landwirtschaftlichen Betrieben, privaten Haushalten, Unternehmen, Catering und im Partyservice geboten.
Berufsbild
Der Abschluss der 3-jährigen Fachschule sieht den Erwerb von zwei Grundqualifikationen vor:
1. Berufsbild: Fachkraft für Ernährungswirtschaft
2. Berufsbild: Fachkraft für hauswirtschaftliche Dienstleistungen
Nach dem Abschluss der 3-jährigen Fachschule besteht die Möglichkeit ein 4. Ausbildungsjahr in den Bereichen Hauswirtschaft und Ernährung zu absolvieren. Der Abschluss der 4-jährigen Fachschule sieht den Erwerb von folgenden spezifischen Qualifikationen vor:
3. Berufsbild: Experte/in für Ernährung und Lebensmitteltechnik
4. Berufsbild: Hauswirtschaftliche/r Betriebsleiter/in
1. Berufsbild: Fachkraft für Ernährungswirtschaft
Produktion: Er/sie sorgt für die Abwicklung und Steuerung der verschiedenen Prozesse in der Lebensmittelherstellung und garantiert die Einhaltung der Hygiene- und der Qualitätsstandards.
Versorgung: Er/Sie sorgt für die Zubereitung und Verabreichung von Speisen.
Besorgung: Er/Sie sorgt für den Einkauf, den Verkauf, die Lagerung und die Konservierung von Lebensmitteln und berät die Kunden und Kundinnen.
2. Berufsbild: Fachkraft für hauswirtschaftliche Dienstleistungen
Er/Sie führt praktische Tätigkeiten aus, die das Wohlbefinden von Familien und Gemeinschaften fördern, bietet Unterstützung bei der Alltagsbewältigung an, sorgt für die Hygiene und Reinigung von Räumen und deren Wohnlichkeit in privaten Haushalten und in Gemeinschaftseinrichtungen.
4. Berufsbild: Hauswirtschaftliche/r Betriebsleiter/in
Er/Sie ist in der hauswirtschaftlichen Führung von komplexen Organisationsstrukturen wie Heimen, Altersheimen, Kinderhorten, Kindergärten, Großküchen, Krankenhäusern, Restaurants, Gasthöfen, Hotels, landwirtschaftlichen Betreiben und privaten Haushalten tätig. Diese Tätigkeiten betreffen die Bereiche der Wäschepflege, der Reinigung und Gestaltung von Wohnräumen, der Zubereitung von Speisen, der Gartenarbeit und der Pflege der Pflanzen.
Er/Sie führt die Mitarbeiterinnen, koordiniert deren Tätigkeit. Erteilt Anweisungen und überwacht die Ausführung der Arbeiten.
Er/Sie stellt den Bedarf an Lebensmitteln, Reinigungs- und Verbrauchsmarterial fest und sorgt für deren Einkauf.
Er/Sie überwacht die besorgten und gelagerten Lebensmittel und sorgt für deren Konservierung.
Er/Sie plant und organisiert die Reinigungsarbeiten zur Einhaltung der Hygiene in Beherbergungs- und Gemeinschaftseinrichtungen (Altersheime; Heime, Kinderhorte, Kindergärten), sorgt für die Raumgestaltung, koordiniert und unterweist die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, arbeitet Reinigungspläne aus, trägt Verantwortung für die Instandhaltung und die Pflege von Wohn- und Arbeitsräumlichkeiten und trägt insgesamt zum Wohlbefinden der Gäste/Bewohner/innen bei.
Stundentafel
| Unterrichtsfächer | 1. Schuljahr | 2. Schuljahr | 3. Schuljahr |
|---|---|---|---|
| Deutsch | 4 | 4 | 3 |
| Italienisch | 4 | 4 | 3 |
| Englisch | 3 | 3 | 2 |
| Geschichte | 2 | 2 | 2 |
| Rechts- und Wirtschaftskunde | - | 2 | 2 |
| Pädagogik/Psychologie | 2 | 2 | 2 |
| Betriebswirtschaft | - | - | 3 |
| Biologie/Gesundheitslehre | - | 2 | 2 |
| Mathematik | 2 | 2 | 2 |
| Religion | 1 | 1 | 1 |
| Informatik, EDV | 2 | 2 | 1 |
| Leibeserziehung | 2 | 2 | 2 |
| Gesamt allg. Fächer | 22 | 26 | 25 |
| Fächergruppe Hauswirtschaft | |||
| Reinigung (Praxis) | 2 | 1 | - |
| Textilverarbeitung (Praxis) | 2 | - | 1 |
| Wäscheversorgung (Praxis) | - | 1 | 1 |
| Raumgestaltung (Praxis) | 2 | 1 | - |
| Gartenbau/Blumenpflege (Praxis) | - | 2 | 1 |
| Speisen- und Getränkeservice (Praxis) | 2 | 1 | 1 |
| Arbeitsorganisation (Theorie) | - | - | 2 |
| Haushaltsführung (Theorie) | - | - | 2 |
| Raumgesaltung (Theorie) | - | - | 2 |
| Fächergruppe Ernährung | |||
| Küchenführung (Praxis) | 4 | 3 | 2 |
| Produktverarbeitung (Praxis) | - | - | 1 |
| Ernährungslehre/Lebensmittelkunde (Theorie) | 2 | 1 | - |
| Lebensmitteltechnologie/Biochemie (Theorie) | 2 | 2 | - |
| Angewandte Lebenmitteltechnologie (Theorie) | - | - | - |
| Praktikum | - | 3 Wochen | 3 Wochen |
| Gesamt Fächergruppen | 16 | 12 | 13 |
| Gesamtstundenzahl | 38 | 38 | 38 |
Betriebspraktika
Im 2. und 3. Schuljahr absolvieren die Schülerinnen ein dreiwöchiges Praktikum. In dieser Zeit entfällt der Unterricht und jede Schülerin erhält einen Einblick in den Haushalt eines Großbetriebes, ihrem zukünftigen Arbeitsfeld.
Ausgewählt werden die Betriebe nach den Inhalten des Lehrplanes und den entsprechenden Unterrichtsinhalten. Die Schülerin arbeitet in den Bereichen Ernährung, Service, Textilpflege und Raumreinigung, sowie Raumgestaltung und Verwaltung. Die Praktikumsstunden werden auf die einzelnen Bereiche abgestimmt.
Der Praktikumsbetrieb stellt der Schülerin eine Bezugsperson zur Betreuung und Beobachtung zur Seite.
Von Seiten der Schule wird die Praktikantin ebenfalls betreut: eine Fachlehrerin besucht die Schülerin am Arbeitsplatz und pflegt die Kontakte zum Betrieb. Bei Bedarf können etwaige Anfragen oder Wünsche an sie herangetragen werden.
Jede Schülerin führt während des Praktikums eine Praktikumsmappe und setzt sich mit folgenden Punkten genauer auseinander:
- Zielsetzung und Organisation des Betriebes, Zusammenhang der verschiedenen Aufgabenbereiche
- Arbeitsplanung und Personaleinsatz, Mitarbeiterführung in den verschiedenen Bereichen
- Hygienekonzept - HACCP im Betrieb
- Einsatz und Pflege von Maschinen und Geräten im Betriebes
- Organisation und Durchführung bestimmter Arbeiten
Zudem erhält die Schülerin Möglichkeiten zum Gespräch mit MitarbeiterInnen, Vorgesetzten und Gästen. In einem gemeinsamen Gespräch mit der Bezugsperson und der Fachlehrerin erhält die Schülerin eine mündliche Rückmeldung während des Praktikums. Am Ende wird diese auch in schriftlicher Form vorgelegt.
Wieder zurück in der Schule tauschen die Schülerinnen besondere Erfahrungen und neue Eindrücke aus. Die Inhalte der Praktikumsmappen werden besprochen.
Betriebe, die eine Praktikantin aufnehmen und betreuen, ermöglichen den Schülerinnen ein praxisbezogenes Lernen.
Die Fachschule für Hauswirtschaft bedankt sich bei ihnen für die Bereitschaft und die gute Zusammenarbeit.